Die Vielfältigkeit des Lebens lässt sich nicht katalogisieren

Deshalb arbeite ich nicht mit einer Standardrede oder anderen feststehenden Texten, sondern jede meiner Reden unterscheidet sich von der anderen.

In meinen Reden suche ich nach Worten, die der Persönlichkeit des/der Verstorbenen am besten entsprechen. Hierbei nehme ich literarische Texte zu Hilfe, die ich unmittelbar nach dem Vorgespräch auswähle. In meiner Trauerrede versuche ich, diesen Text mit dem Leben des – der Verstorbenen zu verflechten.

Dieser Text ist nicht nur ein Stilmittel in meiner Arbeitsweise; literarische Texte betreffen, weil sie die Sprache des Gefühls und nicht die des Verstandes sprechen. Damit kann ein solcher Text Partner sein; Partner bei der Bewältigung eigener Abschiede, Trostspender und Hoffnungsgeber zugleich.

Und vielleicht weist ein literarischer Text ja auch einen Weg zu einem tieferen Verständnis vom Leben und vom Tod. Das Erkennen einer Wahrheit, dass Leben Wandel bedeutet, und dass diesem Wandel alles unterworfen ist, und das Leben auch Tod bedeutet.